UNSERE GESCHICHTE

Ich hatte schon mein halbes Leben davon geträumt, einmal mein eigenes Unternehmen aufzubauen. Als ich 2013 meinen Job kündigte und mich nach Mosambik aufmachte, war ich zwar völlig unvorbereitet auf das, was mich erwartete. Aber ich musste es einfach probieren, denn ich hatte Jahre zuvor eine Gelegenheit entdeckt, die mir seither nicht aus dem Kopf wollte.

In der abgelegenen Region am Niassa-See stehen unzählige von uralten Mangobäumen, die jährlich einen Reichtum an einzigartigen Früchten tragen. Die Leute hatten kaum etwas von ihrer wertvollen Ernte, denn sie konnten die Mangos nicht verkaufen. Zu abgelegen sind die kleinen Dörfer, zu klein der lokale Markt. In vielen Fällen hatten die Bauern keinerlei Einkommen und lebten von der Feldarbeit für den Eigenbedarf. Ich wollte ihnen ermöglichen, ihre Mangos gewinnbringend zu exportieren.

Wir bauten mitten im Dorf Nkholongue eine Trocknungsanlage. Zusammen mit den Leuten aus dem Dorf mauerten wir das kleine Gebäude aus vor Ort gebrannten Ziegeln. Den Trockner selbst zimmerten wir aus lokalem Holz nach Plänen aus dem Internet. Bald stellte sich heraus, dass das Mangotrocknen eine Kunst wie auch eine kleine Wissenschaft ist. Nach und nach passten wir die Anlage und Arbeitsweisen an, bis wir endlich ein hochwertiges Produkt hatten.

In der Region wurde das Projekt schnell zur Sensation: endlich kaufte den Leuten jemand ihre Mangos ab. Gleichzeitig lancierten wir den ersten Prototyp unseres Endprodukts in der Schweiz. Unsere Kunden waren begeistert und die Mangos verkauften sich. Es war ein Riesenschritt: wir hatten es geschafft, die Mangos direkt von den Bauern bis zu den Schweizer Konsumenten zu bringen, ganz ohne Zwischenhandel.

Aufgrund dieser Erfolge konnten wir dann auch Unterstützung gewinnen für die Anschaffung einer professionellen Trocknungsanlage. 2015 bauten wir die ganze Fabrik aus und installierten den neuen Trockner. Seither beschäftigen wir über 40 Mitarbeiterinnen und kaufen pro Saison 100 Tonnen Mangos von 300 Familien in sieben Dörfern.

Als wir eines Morgens wie jeden Tag Mangos einkauften, plauderte ich mit den Leuten, die uns in Kübeln und Säcken ihre Früchte brachten. Dabei wurde mir bewusst, wie wertvoll dieser persönliche Bezug ist. Unsere Produkte schlagen eine Brücke zwischen Menschen im Mosambikanischen Hinterland und in der Schweiz, die sich dadurch ein kleines Stück näher kommen. So entstand unsere Vision, die wir bis heute verfolgen: Chancen schaffen, Welten verbinden und Freude teilen.

Jonathan Litscher

Gründer, We Are Nyanja